BLUE_COLLAGE_01.jpg

Ultramarin
Einer Legende zufolge lag es am Ultramarinblau, dass Michelangelo sein Gemälde Die Grablegung Christi nie vollendete. Die ultramarinen Pigmente waren für den Künstler zu teuer, aber kein anderer Farbton als das Superlativ unter den Blautönen war für das Meisterwerk Michelangelos gut genug. Ultramarin bedeutet über das Meer und hat seinen Namen daher, dass die kostbaren Pigmente früher aus gemahlenem Lapislazuli gewonnen wurden, welches einen langen Weg über die Ozeane zurücklegen musste – vom Norden Afghanistans bis nach Europa.
Die intensive blaue Farbe war, neben Gold, für die allerwichtigsten Details in einem Gemälde vorgesehen. Dies lag teils in der Schönheit der Farben begründet und teils in der Tatsache, dass sie dem Zahn der Zeit standhielten. In älteren Darstellungen der Jungfrau Maria beispielsweise ist ihr Gewand häufig in feinstem Ultramarin gestaltet.
Heutzutage wird Ultramarin kostengünstig synthetisch hergestellt, sodass Michelangelo sein Gemälde ohne Probleme fertigstellen könnte, wenn er heute am Leben wäre.

Kobaltblau
Ähnlich wie Ultramarin wurde auch Kobaltblau in der Vergangenheit den exklusiveren Farbtönen zugerechnet. Manche sahen in Kobaltblau sogar einen ausgezeichneten – und preisgünstigeren – Ersatz für Ultramarin. Kobaltblau ist etwas blauer als Ultramarin und bekommt einen grünlichen Einschlag, wenn es mit Leinöl vermischt wird. Die Nuance besteht aus einer Mischung aus Kobaltoxid und Aluminiumoxid. Dem schwedischen Chemiker Georg Brandt gelang es als Erstem, Kobalt zu isolieren und er entdeckte, dass es Glas blau färbt. Seinen Namen verdankt Kobalt den Kobolden – Berggeistern, von denen man glaubte, dass sie unter Tage lebten und Macht über das Erz besässen. Der Farbton findet sich häufig auf Porzellan und in blau gefärbtem Glas wieder.

BLUE_COLLAGE_03.jpg

Türkis
Wer schon einmal an der französischen Riviera gewesen ist, kann die Farbe Türkis wahrscheinlich ganz leicht vor seinem geistigen Auge abrufen. Das Meer, das dort die Küste umschliesst, schimmert in traumhaftem Türkisblau. Ihren Namen verdankt die Côte d'Azur aber dem klaren, azurblauen Himmel.
Im Alltag nennen wir praktisch alle grünblauen Farbtöne Türkis – tatsächlich aber handelt es sich bei Türkis um den exakten Farbton des gleichnamigen Edelsteins. Türkise gehören zu den ersten Mineralen, die abgebaut wurden, und die Schönsten unter den Edelsteinen sind auch heute noch wertvoll.

Königsblau
Königsblau, nicht zu verwechseln mit Marineblau, bezeichnet sowohl einen helleren als auch einen dunkleren Farbton als Azurblau. Die Nuance soll auf ein Gewand zurückgehen, das Anfang des 19. Jahrhunderts im englischen Somerset für die damalige Königin Charlotte angefertigt wurde. Bis heute steht die Farbe im Zusammenhang mit dem britischem Königshaus und ziert darüber hinaus sogar die britische Flagge, den Union Jack.

Indigoblau
Indigoblau ist die am häufigsten vorkommende Farbe der Welt und existiert bereits seit mehr als vier Jahrtausenden. Der Hauptgrund für die fortwährende Beliebtheit der Farbe ist ihre traditionelle Verwendung zum Färben von Arbeitskleidung, also des Blaumanns. Während man Indigoblau in Schweden aus einer Pflanze namens Färberwaid gewann, nutzte man beispielsweise in Japan eine mit Breitwegerich und Ampfer-Knöterich verwandte Pflanze. Traditionell wurden Jeans indigoblau gefärbt. In Japan wird die Tradition des Färbens mit Indigo mancherorts noch heute gepflegt, und einige DIY-Liebhaber und kleine, exklusive Jeans-Marken stellen die Farbe noch mit Sorgfalt auf die traditionelle Art her, damit die Jeans den perfekten Blauton erhalten.

Himmelblau
Wie der Name schon sagt, verdankt das Himmelblau seinen Namen dem hellen, klaren Farbton des Himmels an einem wolkenlosen Tag. Heutzutage wird die Farbe mitunter auch als Babyblau bezeichnet, wobei Babyblau eigentlich etwas heller als Himmelblau ist.

BLUE_COLLAGE_02.jpg

Lavendel
Lavendel bezeichnet blasse, leicht gräuliche Nuancen der Farben Purpur, Violett und Lila. Der Name ist auf die Lavendelpflanze mit ihren schönen Blüten zurückzuführen, die z. B. den Süden Frankreichs in den Sommermonaten auf schönste Art und Weise verwandelt.

Veilchenblau
Veilchenblau verdankt seinen Namen den hübschen, herzförmigen Blütenblättern der gleichnamigen Blume, und ist womöglich der am nachlässigsten verwendete Blauton in der Welt der Literatur. Während veilchenblaue Augen in der Realität sehr selten sind, kommen sie in Märchen auffallend häufig vor...